Securosys: Schweizer Hersteller von HSM startet ITO

Auch diesmal geht es wieder um ein existierendes Business, welches mit seiner HSM Hardware nun auch im Crypto-Bereich durchstarten möchte: Securosys. Das zu lösende Problem ist dabei offensichtlich: Während im herkömmlichen Banken-Bereich zum Schutz von PKI-Systemen (Public-Key-Infrastrukturen, also verschlüsselte Kommunikationssysteme) standardmäßig spezielle Hardware zum Schutz der einzelnen kryptographischen Keys zum Einsatz kommt, werden in der Crypto-Szene häufig eben solche Absicherungen nicht getroffen (und so werden teilweise Private-Keys immer noch auf normalen Servern gespeichert). Dies führt in der Folge immer wieder zu Hacks, in denen die Angreifer Zugriff auf diese Private Keys erhalten und anschließend sämtliche Wallets leer-räumen können.
Die Lösung besteht in sogenannten HSM (Hardware Security Modules), bei denen Private-Keys innerhalb der Hardware erstellt werden und es unmöglich ist, dass jemand Zugriff auf diese durch elektronischen oder durch physischen Eingriff bekommt (sämtliche Transaktionen werden lokal signiert). Nichts anderes ist im wesentlichen ein Ledger Nano S.
Quelle: https://ico.securosys.ch
Die Schweizer Firma Securosys SA wurde Anfang 2014 gegründet und beschäftigt sich seitdem mit der Entwicklung, Produktion und dem Verkauf von HSM, Virtual Private Network Systemen (VPN) sowie Netzwerk Verschlüsselungen. Die Entwicklung sowie die Fertigung der HSM-Hardware geschieht dabei ausschließlich in der Schweiz. Das Unternehmen mit 20 Mitarbeitern (und fünf offenen Stellen) fokussiert sich im Vertrieb auf den B2B Bereich und bietet zudem Wartung und Services für die eigenen Produkte an.  Unter anderem kommt die Securosys Hardware bereits bei der SIX Interbank Clearing (SIX) zum Einsatz, welche im Auftrag der Schweizer Nationalbank das Interbank-Zahlungssystem SIC betreibt, über welches täglich ein Volumen von mehr als 100 Milliarden Franken abgewickelt wird. Neben der Bedienung dieses „Legacy-Marktes“ möchte Securosys nach dem ITO (Initial-Token-Offering) auch im Krypto-Markt durchstarten. Hierzu wurden einige Modifikationen an den HSM vorgenommen, die z.B. Multisignaturen ermöglichen. Der erste Kunde von Securosys in diesem Bereich ist die Crypto Storage AG (eine Tochter der Crypto Finance AG), die auf Basis der Securosys Hardware eine Krypto-Storage Lösung aufgebaut hat. Weiterhin ist auch die Börse Lykke nach Angaben von Securosys dabei, eine Integration von Securosys HSM zu prüfen. Seit einer Woche ist Securosys auch in Deutschland mit der Securosys GmbH vertreten, mit der in Zukunft der europäische Markt bedient werden soll.
Vier Jahre nach Gründung ist die Securosys SA bereits nach jeweils einer Verdopplung des Umsatzes in den zurückliegenden Jahren profitabel, wobei 80% des Umsatzes aus der Schweiz stammen. Mehr Informationen finden sich auf der ITO-Webseite und im Whitepaper.
Videointerview mit CEO Robert Rogenmoser

Das ITO
Das ITO wird voraussichtlich Ende September starten – ein genaues Datum wurde hier noch nicht kommuniziert. Statt die einzelnen Stufen hintereinander ablaufen zu lassen (zuerst Private- und anschließend Public-Sale) werden beide Stufen gleichzeitig an den Start gehen und der verfügbare Bonus vom Volumen des Investments abhängig sein. Der Hard-Cap liegt bei 16,25 Millionen CHF und es werden insgesamt 4.691.300 Token erstellt, von denen allerdings nur 65% (3.049.345) verkauft werden (weitere 30% verbleiben in der Reserve für „future expenses“ und „employee compensation“, 5% werden zur Zahlung der Kosten des ITO verwendet – nicht verkaufte Token wandern in die Reserve. Zu beachten ist die Lockup-Periode von zwei Jahren). Der 5,33 CHF teure Token mit dem Tickersymbol „SET“ ist dabei in einem Verhältnis von 1:100 in echte Securosys Aktien umtauschbar* (SET ist also als Aktie zu verstehen und zu bewerten). Die Gesamtanzahl an Token (4.691.300) entspricht hier einem Unternehmensanteil von 25%. Um, sofern in Zukunft eine Dividende ausgeschüttet wird, diese zu erhalten, müssen Token-Halter mindestens 1000 Token halten. Die Dividende wird entweder in SET, Fiat oder Ether ausgeschüttet werden. Es ist hinzuzufügen, dass man bei einer Wandlung von unter 50.000 SET Token Aktien ohne Stimmrechte erhält.
Quelle: Securosys Investment Teaser
Quelle: https://ico.securosys.ch/downloads/Securosys_whitepaper.pdf – Seite 65
Zusammenfassend verkauft also Securosys 16,25% seiner Aktien (65% von 25%) für 16,25 Millionen CHF. Ohne Berücksichtigung der Boni sowie der Lockup-Periode kommt man so auf eine Unternehmensbewertung von ungefähr 100 Millionen CHF (Rechnung: (1/(0,25*0,65))*3.049.345*5,33 CHF). Diese reduziert sich auf 70 Mio. CHF unter der Berücksichtigung der verschiedenen Boni. Grundsätzlich ist dies meiner Meinung nach eine durchaus sportliche und etwas abschreckende Bewertung, man muss sich aber auch vor Augen führen, dass die Token der Reserve nach zwei Jahren wohl kaum auf den Markt geworfen werden sowie eine deutliche Umsatzsteigerung durch die Erschließung neuer Märkte neben der Schweiz als durchaus wahrscheinlich anzusehen ist. Um den Start des Token-Sale nicht zu verpassen, sollte man sich als Interessent unbedingt für den Newsletter auf der ITO-Webseite anmelden!
*Dieser Umtauschservice wird von Securosys angeboten und ist ein One-Way-Prozess. Das Halten der Token ist allerdings vorteilhafter, da eine höhere Liquidität besteht und auch an Token-Halter potenzielle Dividenden gezahlt werden.
-Lukas Fiedler
Disclaimer – Hinweis auf Interessenkonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

MulTra: Token verdienen durch das Lesen von Nachrichten

Wer kennt es nicht? Es ist grade langweilig, man holt sein Smartphone heraus, wischt ein bisschen herum, landet in der Nachrichtenzentrale und findet einen spannenden News-Artikel. Klar, dass man den lesen möchte. Zumeist geht das auch ohne Probleme, aber in ein paar Fällen wird man nach ein paar Zeilen aufgefordert, Geld zu bezahlen. Manchmal wird erst abgerechnet, wenn ein bestimmter Betrag überschritten wird, aber auch dieses System kommt natürlich nicht gut beim Nutzer an.
Das ganze ist ein stiller Hilferuf des Verlagssystems, der Newsseiten. Während Spotify oder Netflix es geschafft haben, das Streamen von Musik oder Filmen zu monetarisieren, steckt die angesprochene Industrie fest: Nutzer erwarten ein umfassendes Onlineangebot – natürlich gratis, versteht sich. Während sich der Konsum von Nachrichten immer mehr in die digitale Welt verlagert, schrumpft der Printmedien Bereich, welcher noch Gewinne liefert und zwingt Anbieter in die oben genannten Schienen, die die Nutzer aktuell eher abschrecken. Klar, dass es immer weniger Geld gibt um Investigativjournalismus zu betreiben.
Dieses Problem möchte MulTra mit ihrer neuen Nachrichten-App lösen. Diese bindet sämtliche News via RSS-feed ein und zeigt dem User, basierend auf seinen Präferenzen, diese Artikel. Für das Lesen eines Artikels bekommt der Nutzer dann MulTra Token ausgeschüttet und kann diese für den weiteren Gebrauch verwenden. Der weitere Gebrauch kann hierbei z.B in der Freischaltung eines sonst kostenpflichtigen Artikels oder sogar in einem Abo liegen. Bei einer solchen Freischaltung werden die Token Danne erneut an MulTra überwiesen und zum aktuellen Marktpreis in Fiat umgewandelt und an den entsprechenden Verlag weitergeleitet. Diese haben die Möglichkeit, Sponsored Posts oder Werbung gegen die Bezahlung von MulTra Token zu schalten, die dann wieder zum Erhalt durch das Lesen von Artikeln bereitstehen. Grundsätzlich brauchen Nutzer für die Verwendung der App keinen Krypto-Hintergrund, da ein eigenes Ethereum Wallet integriert ist und für den Nutzer automatisch generiert wird.
Mehr Informationen finden sich im Whitepaper oder im Telegram Channel.

Entstanden ist dieses Projekt als Weiterentwicklung der MulTra GmbH (MulTra steht dabei für Multiplex Transfer), die sich zunächst auf die Beratung im Bereich Digitalisierung spezialisiert hat und nun einer der wenigen Onlineanbieter für Mitarbeiterschulungen ist.  Dabei kann auch hier schon Material der Verleger, z.B Bücher, durch die Erstellung einer Schulung um das Buch stattfinden. Die Weiterentwicklung entstand dann durch die Anfrage verschiedener Verlage, die natürlich sehr an einer Monetarisierung im News Bereich interessiert sind.
MulTra ist in diesem Bereich natürlich nicht als einziger unterwegs, allerdings unterscheiden sich diese Projekte signifikant in manchen Punkten von MulTra. Einige Beispiele für solche Projekte können hier gefunden werden. Natürlich gibt es bereits einen early stage Prototypen der App, welcher allerdings momentan noch ohne Verbindung zur Blockchain läuft. Dieser kann hier eingesehen werden.
Videointerview mit CEO Onik Mia

Das ICO
Der Main-Sale ist hier leider schon unterwegs und geht bis zum 9. Juli 2018. Insgesamt werden 1 M illiarde MTT als ERC 20 Utility Token generiert, von denen 400 Millionen im Token Sale verkauft werden. Weitere 400 Millionen gehen in den Pool, aus dem Leser Token „erlesen“ können und 200 Millionen Token werden von MulTra zurückgehalten. Das Hard Cap liegt bei 24 Millionen Euro, ein Token kostet 6 Cent und Investitionen sind mit Bitcoin, Ether, USD und Euro möglich. Dabei ist noch nicht geklärt, ob die nicht verkauften Token geburned oder dem pool der App zugute kommen – hier soll auch auf die Meinung der Community und Investoren gehört werden. Sämtliche Details gibt es in aller Ausführlichkeit nochmal im Token Offer Dokument.
Abschließende Worte
Ich möchte hier an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass es sich bei meinen Artikeln nie um Investitionsempfehlungen handelt. Es gilt DYOR. Weiterhin könnte dem aufmerksamen Leser aufgefallen sein, dass Onik Mia, CEO von MulTra, als Advisor bei CoinAnalyst aufgefürt wird. Hier hat, wie auch bei mir, nur ein Informations- und Kontaktaustausch stattgefunden – bei MulTra gibt es keinerlei Verbindung zu Savedorid.
-Lukas Fiedler
Disclaimer – Hinweis auf Interessenkonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

CoinAnalyst: Mehr Informationen für Trader

Wichtige Anmerkung: Einen Tag nach der Veröffentlichung hat Coin Analyst eine Partnerschaft mit Savedroid angekündigt. Daraus entstand heftige Kritik an Coinanalyst, die vermehrt auf Bitcointalk zu lesen ist. Nähere Hintergründe hier und hier. Anschließend gab es mehrere Stellungnahmen von Coinanalyst, die auch auf Bitcointalk (siehe vorherige Links) gefunden werden können und meiner Meinung nach auf die einzelnen Punkte eingehen. Dieser Artikel war zeitweise offline und Feedback und Stellungnahmen abzuwarten und wurde nun am 20.07.2018 wieder online geschaltet.
Heute geht es um ein Projekt, bei dem ich selbst als Advisor ein wenig Einfluss genommen habe und bei dem es, wie könnte es anders sein, mal wieder darum geht, mehr Transparenz im Markt zu schaffen und Informationen bereitzustellen. Damit starten wir auch gleich in die Vorstellung des Projektes Coin Analyst!
Coin Analyst ist ein Spin off der Cogia GmbH, welche Unternehmen im Bereich Kundenzufriedenheit und Support unterstützt. Cogia durchforstet bzw. „crawlt“ dabei Social Media und Online Content und analysiert das Sentiment, also die Zufriedenheit der Kunden und die allgemeine Stimmung. Die Analyse geschieht dabei nach bestimmten Parametern, wie z.B Textlänge und bewertet auch einzelne Wörter und Adjektive, die verwendet wurden. Zum Einsatz kam diese Technologie bereits bei Kunden wie BMW, Continental oder auch dem Land Saarland.
Diese Technologie ist nun Grundlage des Projektes Coin Analyst, welches ein Interface für Trader schaffen möchte, mit dem diese einen Informationsvorteil sowie Unterstützung für das Treffen von Entscheidungen bekommen. Dabei sollen folgende Funktionen unter anderem mit dabei sein:

Sentiment Analyse: Der Algorithmus der Cogia wurde umgebaut und auf die Blockchain Szene angepasst. Dieser durchsucht nun Posts auf sämtlichen Social Media Kanälen sowie generellen Content im Web auf das allgemeine Marktsentiment sowie spezifisch zu  den einzelnen Coins. Dieses Sentiment drückt sich aus in einer Anzahl von Posts und der daraus resultierenden, überwiegenden Stimmung, die dann in einem Chart zusammen mit der Preisentwicklung über die Zeit dargestellt wird.
Scam und Fake News Detektor: Durch die Konstante Analyse von Wording und Texten kann man auch herausfiltern, wie oft Scam Assoziationen mit bestimmten Projekten oder Fake News im Web auftauchen. Übersteigen diese einen gewissen Grad bekommt man eine Hinweis.
Influencer Identifikation: Gleichzeitig wird aber auch dargestellt, welcher Nutzer wo wann wie viel postet und ob seine Posts überwiegend positiv oder negativ sind. Dadurch lassen sich Influencer identifizieren, denen man ggf. zum schnelleren Erhalt von Informationen folgen kann.

Geplant ist, dass diese Features auch mit der Zeit vom Nutzer personalisiert werden können. Das Produkt soll in verschiedenen Stufen gegen ein monatliches Entgelt, bezahlbar im eigenen Token, auf den Markt kommen und ist aktuell in der Beta Testphase. Wer Zugang zur Beta haben möchte, kann sich via Email (siehe Impressum) bei mir melden, ich habe 10 Zugänge bekommen. Dabei gilt: First comes, first served. Auch muss man beachten, dass sich das UI noch signifikant verändern soll und noch wesentliche Funktionen hinzugefügt werden.
Mehr Infos finden sich im Whitepaper oder im Telegram Channel.
Videointerview mit Pascal Lauria

Das ICO

Der Pre-Sale startet heute, am 21. Juni 2018 um 16 Uhr und wird bis zum 6. Juli gehen. In diesem Zeitraum liegt der Bonus bei 30% gegenüber dem Main Sale, der vom 7. Juli bis zum 31. Oktober laufen wird (im Main Sale gibt es kleinere, gestaffelte Boni). Insgesamt stehen 3,75 Milliarden Token zum Verkauf, wobei ein Token im Main Sale 0,1 Euro kostet. Somit ergibt sich ein Hard Cap von 20 Millionen Euro – einen Soft Cap gibt es nicht, da das Produkt bereits in der beta Phase ist. Die verbleibenden Token werden geburned, aber dies ist nicht der einzige Vorteil des Token Modells. Zusätzlich sollen, dem allgemeinen Vorschlag von Vitalik Buterin folgend, ein kleiner Prozentsatz an Token bei jedem Einsatz geburned werden und dem Binance Modell folgend 20% des Gewinns für Rückkäufe eingesetzt werden. Außerdem soll es Discounts bei der Benutzung des Produkts geben, wenn man eine gewisse Anzahl an Token für einen Monat „einfriert“. Trotzdem gibt das Team an, ein Utility ERC 20 Token zu sein und dies ist auch mit den Anwälten des Projekts so abgestimmt worden. CoinAnalyst setzt dabei hauptsächlich auf institutionelle Investoren.
Bei der aktuellen Marktlage ist es meines Erachtens nach natürlich sehr schwer den Hard Cap zu füllen, daher könnte das Projekt als Low Cap Coin besonders für Trader als langfristige Anlage spannend sein. Angst, dass sich die zurückgehaltene Menge automatisch prozentual ändert, wenn weniger als alle Token verkauft werden, muss man übrigens nicht haben – es werden immer genau 50% der Token beim Team verbleiben.
-Lukas Fiedler
Disclaimer – Hinweis auf Interessenkonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).